Zwiebeln – kleine Knollen ganz groß

Zwiebeln sind wahre Multitalente. Sie sind nicht nur als Gemüse- oder als Gewürzpflanze, sondern auch als Heilkräuter zur Linderung von Schmerzen verschiedener Anwendungsgebiete einsetzbar. Sie sind durch ihre mehrschichtige Schale sehr gut lagerfähig und passen – richtig eingesetzt – zu nahezu jedem Gericht.

Botanisch gesehen gehört die Zwiebel (Allium cepa) zur Gattung der Lauchgewächse (Allium). Diese Gattung umfasst mehr als 250 Unterarten, unter anderem auch Knoblauch, Porree, Bärlauch und Schnittlauch.

Heutzutage sind sie aus unserer Küche kaum noch wegzudenken und doch kann man sich kaum vorstellen, dass es diese besondere Knolle bereits seit annähernd 5000 Jahren gibt. Damit gilt sie als eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Bereits bei den alten Ägyptern wurde die Zwiebel verwendet. Hier reichte man sie als Opfergabe bei den alten Göttern. Außerdem waren sie eine Art Zahlungsmittel für die Arbeiter beim Pyramidenbau und wurden den Toten als Wegzehrung in deren Särge gelegt. Bei den Römern zählte die Zwiebel bereits zu den Grundnahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung. In dieser Zeit begann auch die Namensgebung der Zwiebel: von der „cepula“ über das mittelhochdeutsche „zwibolle“ bis hin zum heutigen Wort Zwiebel. Noch heute findet man Ausdrücke wie Bolle oder Bülle in deutschen Dialekten für die Bezeichnung der Zwiebel wieder. Im Mittelalter wurde die Zwiebel vielerorts eingesetzt und diente u.a. als Amulett gegen die Pest. Auch heutzutage darf die Zwiebel in keiner Küche fehlen und ist nachwievor ein beliebtes wie gefragtes Gemüse.

Volksheilkundlich gesehen ist die Zwiebel – dank ihrer vielen unterschiedlichen Anwendungsgebiete – fast schon eine kleine Apotheke in sich. Ihre heilenden Kräfte ähneln im übrigen denen des Knoblauchs, der aus der gleichen Familie wie die Zwiebel stammt.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Zwiebel sind mehr als vielfältig. Wenn wir z.B. beim Schneiden anfangen zu weinen, so ist dies auf einen Stoff namens Propanthiol-S-Oxid zurückzuführen. Dadurch werden aber auch unsere Hornhäute desinfiziert. Aber die Zwiebel kann noch mehr. Sie wirkt stark antibakteriell und hilft Grippe, Husten und anderen Infektionen den Garaus zu machen. Des Weiteren werden ihr die folgenden Eigenschaften nachgesagt: appetitanregend, verdauungsfördernd, wassertreibend, schleimlösend, das Blut verflüssigend (hilfreich bei Durchblutungsstörungen), den Blutdruck senkend, die Blutfette senkend, den Blutzucker schwach senkend, antiasthmatisch wirkend uvm. In der äußerlichen Anwendung bietet sich Zwiebelsaft oder Zwiebelsirup an, welchen man bei Insektenstichen, Wunden, Furunkeln und zur Nachbehandlung von Blutergüssen verwenden kann.

Diese Fülle an Eigenschaften zur Gesunderhaltung ist hauptsächlich auf antioxidative Schwefelverbindungen zurückzuführen. Aber auch von der Nährstoffbilanz her ist die Zwiebel nicht zu verachten. Neben Wasser, Zucker und Eiweiß, enthält sie außerdem noch reichlich an Mineralstoffen, wie z.B. Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Bei den Vitaminen kann sie mit Vitaminen des B-Komplexes, Vitamin C und E punkten.

Um den heilenden Effekt dieser seit Jahrtausenden als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultivierten Heilpflanzen stärker hervorzuheben, wurde die Zwiebel zur Heilpflanze des Jahres 2015 ernannt. Na wenn das kein Grund sich diese tolle Pflanze mal genauer anzusehen. Bleibt gespannt.

Quellen: www.wikipedia.org, www.botanikus.de, www.heilkraeuter.de, www.heilpraxisnet.de, www.huettenhilfe.de,

Rezepte und Artikel zur Gewürz-, Gemüse- und Heilpflanze Zwiebel findet ihr hier.

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